Frederick Winslow Taylor

Taylor war Sohn eines reichen Quäkers. Bereits als Kind soll er durch einen starken Hang zum Experimentieren und sehr genauem Analysieren aufgefallen sein, was teilweise neurotische Züge annahm. Den Collegebesuch musste er auf Grund eines angeblichen Augenleidens abbrechen. Dadurch konnte er auch nicht, wie von seinem Vater geplant, sein Jura-Studium beenden. Er begann eine Lehre als Werkzeugmacher und Maschinist bei den Wasserwerken in Philadelphia. Nach der Ausbildung fand er keinen adäquaten Arbeitsplatz und trat deshalb als Arbeiter 1878 in die Midvale Stahlwerke ein. Unter dem besonderen Schutz des Präsidenten des Stahlwerks avancierte er schnell vom Arbeiter zum Maschinisten, zum Vorarbeiter und schließlich zum Techniker. Neben seiner Arbeit absolvierte er ein Ingenieurstudium am Stevens Institute of Technology (1883) per Fernstudium. 1884 wurde er aufgrund dieser Kenntnisse Chefingenieur bei den Midvale Stahlwerken.

Erste Erprobungen seiner ambitionierten Rationalisierungsversuche führten zu Konflikten mit dem Management. Er verließ die Midvale Stahlwerke 1890 um als Generaldirektor Einrichtung und Betrieb von Papiermühlen der Manufacturing Investment Co. zu übernehmen. Bereits 1893 verließ er sie wieder und wurde Unternehmensberater. Da er nur wenige Kunden hatte, wurde er im Jahr 1898 durch Freunde festangestellter Beratender Ingenieur bei Bethlehem Steel. Hier führte er die später bekannt gewordenen Studien zum Schaufeln und zur Eisenverarbeitung durch. 1901 wurde er nach Differenzen mit dem Topmanagement fristlos entlassen. 1903 und 1911 entstanden seine Hauptwerke ((1903) "Shop Management"; (1911) "The Principles of Scientific Management"). Seinen Lebensunterhalt bestritt Taylor aus seinen Industriebeteiligungen und den Einnahmen aus dem von ihm entwickelten Schnellstahl. Von 1909 bis 1914 lehrte er Scientific Management an der Harvard University. Er setzte sich mit 45 Jahren auch wegen gesundheitlicher Probleme zur Ruhe. Während dieser Zeit verfasste er Schriften und begann sein Scientific Management als Privatdozent an Universitäten und Colleges zu lehren. 1906 wählte ihn die "American Society of Mechanical Engineers" zu ihrem Präsidenten. Ebenfalls verlieh ihm die University of Pennsylvania die Ehrendoktorwürde.

Er ist Begründer der Lehre der wissenschaftlichen Betriebsführung, dem nach ihm benannten Taylorismus (Taylorsystem). Seine Lehre beruht auf genauen Zeit- und Arbeitsstudien der Menschen. Ziel ist es, für jede menschliche Tätigkeit die "allein richtige" Bewegungsfolge zu ermitteln. Sein Wirken kann in Zusammenhang mit der Rationalisierungsbewegung gebracht werden.



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